CO'MED Ausgabe Nr. 2/2001


Candida-Therapie

Erfolge ohne Diät

von P.-H. Volkmann


"Das Antibiotika-Zeitalter ist zu Ende. Wir müssen nach intelligenteren Lösungen suchen! Die liegen sicher auch im darmassoziierten Immunsystem." sagte ein leitender Mikrobiologe der Universität Rostock kürzlich zu mir.

"Der gesunde Darm ist die Grundlage eines gesunden Körpers!" ist eine Erkenntnis, die es auch schon vor F. X. Mayr gab. Erfahrene Therapeuten wissen es seit Jahrhunderten: Ohne eine effektive Darmsanierung ist chronisch Kranken nicht dauerhaft zu helfen.

Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich seit ca. 30 Jahren zur Therapie der allgemein verbreiteten Candida-Pandemie verschiedene zum Teil martialische Diätformen entwickelt. Das beginnt bei der strengen Zuckerfreiheit mit Obstverboten und endet bei einer absoluten Meidung sämtlicher Kohlenhydrate und Bäckerhefe für Monate bis zu mehreren Jahren. Therapiert wird dann pharmakologisch z.B. mit Nystatin, Itraconazol oder auch mit homöopathischen Präparaten wie z.B. Albicansan D 5 usw.

Der Grund für derartig harte Regime ist die oft bestätigte Tatsache, dass Candidosen oder andere Dysbiosen selten dauerhaft erfolgreich zu kurieren sind. Diese Erkenntnis hat mich veranlasst, in den letzten Jahren intensiver über die zugrunde liegenden Regulationsmechanismen nachzulesen, nachzuforschen und nachzudenken.

Allgemeine Candidose-Auslöser

Die Ursachen für die heute allgemeine Verpilzung der Bevölkerung in den Industriestaaten sind vielfältig.

Die Candidainfektionen sind sicher auch Ausdruck

  • überzogener unkritischer Antibiotikatherapien bei Bagatellerkrankungen sowohl durch niedergelassene wie auch Klinikmediziner
  • chemisch belasteter Nahrungsmittel mit organo-chemischen Nahrungsmittelzusatzstoffen wie Farben, Aromen, Antioxidanzien, Antibiotika oder Pestizidrückstände, für die vielfach die Toxizität wissenschaftlich belegt ist (siehe Tabellen). Zum menschlichen Verzehr sind sie dennoch zugelassen!
  • orthomolekular verarmter Nahrungsmittel, die auf durch sauren Regen ausgewaschenen, fehlgedüngten Böden gewachsen sind
  • orthomolekularer Verarmung der Nahrungsmittel durch zu frühzeitige unreife Ernte, lange Transportwege und viel zu lange Lagerzeiten unter inadäquaten Bedingungen
  • mangelnder Bewegung und mangelnder körperlicher Beiastung an frischer Luft mit entsprechend reduzierter Sauerstoffaufnahme und Durchblutung im Intestinaltrakt
  • ubiquitärer Umweltnoxen wie z.B. Formaldehyd, das, in der Leber zu Essigsäure entgiftet, über die Galleexkretion sowohl den Darm übersäuert wie auch Mitursache der Osteoporose durch Pufferentnahme aus der Knochenmatrix ist
  • fehlgeleiteter Gesundheitspolitik. Die zugelassenen chemischen Nahrungsmittel-Zusatzstoffe sind nur ein Aspekt dieser Missachtung gesunder Nahrung und gesunden Wassers als Voraussetzung von Gesundheit. Das BSE-Management ist seit zehn Jahren eine andere Variante dieser Gewinnmaximierung auf Kosten der Volksgesundheit. Die unkritische Verbreitung von krankmachenden Kunststoffen in Küche, Wohnung oder auch in der Landwirtschaft sind weitere für jeden sichtbare Verfehlungen unserer Gesundheits-, Umwelt- und Ernährungspolitik. In allen oben angesprochenen Bereichen hätte eine Ökosteuer ihren Sinn � und den Namen verdient!
  • falschen Selbstverständnisses vieler Kassenmediziner: Nicht Gesundheit ist das Ziel kassenmedizinischer Verfahren, sondern "managed care" � Krankheitsmanagement! Der Gastroenterologe wäre sonst der tatsächliche kausale Spezialist für chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Orthomolekulare Grundlagen

In meiner Praxis arbeite ich sehr viel mit der Applied Kinesiology � AK - und den von daher bekannten regulativen Zusammenhängen zwischen Muskel, Meridian, Organ und orthomolekularer Substanz. Diese Verknüpfungen weisen auf die gerade bei der heutigen Ernährungslage dringende Notwendigkeit einer Substitution von Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen usw. hin.

Die Substitution sollte jedoch zielgerichtet erfolgen.

Die Verbesserung der Darmflora durch Symbioselenkung kennen wir schon jahrzehntelang. Beobachtet man die Einflussmöglichkeiten, die aus der Substitution von lebensfähigen Keimen resultieren, dann ist es beeindruckend zu sehen, wie sich pathogene Coli- oder auch Candida-Arten usw. aus dem Darmlumen biologisch durch Inhibition verdrängen lassen.

Das Darmimmunsystem wird jedoch nicht nur von den Stoffwechselschlacken lebensfähiger Keime deutlich gebessert, sondern selbst von abgestorbenen symbiotischen Mikroorganismen. Dem zollt inzwischen auch die Pharmakologie mit der Entwicklung bestimmter Präparate zur Verbesserung der Immunologie bei Bronchial- oder Urogenitalerkrankungen Anerkennung.

Die Zusammenführung dieser Erkenntnisse mit der hypoallergenen, orthomolekularen Therapie � hoT � weckte den Wunsch nach einer darmspezifischen Nahrungsergänzung, die die verschiedenen Facetten der Regulation des Darmimmunsystems synergistisch gezielt fördert � verträglich auch für Allergiker!




Ernährungsempfehlungen zur Orthomolekularen Darmsanierung � ODS

Die Patienten dürfen alles essen, was folgender Maxime entspricht:

Reif und frisch � vom Erzeuger auf den Tisch!

Dabei lege ich Wert auf ökologische Rohstoffe aus der Region, weil nur diese wirklich hochwertige Lebensmittel nach Kollath sein können.

Obst ist genauso erlaubt wie wenig normaler Zucker oder Honig, Kaffee, Tee, Wein oder Bier. Bei den Genussmitteln wäre eine bioenergetische Testung auf individuelle Verträglichkeit wünschenswert.

Konfektionierte Nahrungsmittel, Essen aus Folien, Fertiggerichte, Süßigkeiten, Fast food usw. sind soweit möglich zu meiden � vor allem auch im Hinblick auf die enthaltenen Chemikalien.

ODS � kurativ ohne Candida-Diät

Im Jahre 2000 habe ich die inzwischen sehr erfolgreiche hypoallergene Nahrungsergänzung zur Darmsanierung aus bioenergetisch selektierten Substanzen entwickelt.

Bei dem hoT-Kombi-Präparat handelt es sich um einen dreifachen Ansatz zur Verbesserung der Regulationsfähigkeit und Kolonisationsresistenz von Darm und Körper:

Die lebensfähigen Keime Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium lactis verbessern die Symbiose des Dünndarmes. Sie produzieren im Stoffwechsel u.a. antibiotisch wirksame Substanzen wie Lactocidin, Acidolin, Acidophilin etc. sowie Fettsäuren als weiteren Schleimhautschutz.

Diese Exkrete inhibieren das Wachstum z.B. von Klebsiellen, Salmonellen, Streptococcen, pathogenen Coli oder Candida Spezies.

Die Vermehrung der zugeführten Symbionten wird durch den für Menschen unverdaulichen Ballaststoff Inulin sichergestellt.

Die kombinierten Vitamine B 12, Folsäure und Vitamin D 3 verbessern die Barrierefunktion der intestinalen Schleimhäute und fördern die regelrechte Digestion und Absorption sowie die Leberentgiftung.

Zink ist als essentielles Spurenelement Katalysator in mehr als 200 Enzym- und Hormonsystemen im Körper. Es wirkt z.B. Leberentgiftend und gemeinsam mit dem eingesetzten Silicea u.a. Oberflächenstabilisierend.

Silicea � Kieselerde dient darüber hinaus der Entgiftung des entero-hepatischen Kreislaufes durch Absorption und Ausfuhr freier Gallensäuren über den Enddarm.

Durch die o.a. Kombination wird, wie wir inzwischen gesehen haben, bei mehr als 70 Prozent aller Candida-Patienten der bioenergetische Untersuchungsbefund auf Candidose negativ. Die diesbezüglichen Untersuchungen sind u.a. auch von zahnärztlichen Kollegen z.B. mit Prognosdiagnostik oder AK durchgeführt worden.

Das Präparat führt schon innerhalb von ca. sechs Wo chen unter zwei bis dreimali ger täglicher Einnahme zu einer spezifisch veränderten Regulation:

  • Die intestinale Digestion und Absorption bessert sich signifikant
  • Meridiandysbalancen werden weitgehend "spontan" ausgeglichen
  • Belastende Dysbiosen sind oft bioenergetisch nicht mehr nachweisbar
  • Mykosen der Haut und Schleimhäute heilen oft zügig ab
  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Ekzemformen bessern sich auffallend Schmerzsyndrome wie Migräne, Knie- oder WS-Schmerzen sind stark rückläufig
  • Hormonelle Regulationsstörungen von der Dysmenorrhoe über Migräne bis zur Endometriose bessern sich oft eindrucksvoll
  • Der retroaurikuläre Akupunkturpunkt des Kiefergelenkes verliert oft seine Schmerzhaftigkeit in der "Very Point-Technik" nach Gleditsch als Zeichen des orofazialen Meridianausgleichs
  • Myofunktionelle Bißstörungen bessern sich meist parallel zur Balancierung des Meridiansystems
  • Von orofazialen Dysbalancen getriggerte Strukturdefekte wie Kyphoskoliosen, HWS-Syndrome etc. gleichen sich unter weiterer hoT oft innerhalb weniger Monate weitgehend aus
  • Myofunktionelle Bißschienen nach bioenergetischen Kriterien regeln effektiver
  • Eine abschließende KFO � Bißregulierung nach hoT ist oft einfacher mit gutem Ergebnis zu erreichen und wird zeitlich verkürzt.
Wer unter dem Aspekt der regulativen Medizin die inneren Zusammenhänge von Erkrankungen aufzuspüren vermag, wird auch in scheinbar aussichtslosen therapieresistenten Fällen nach u.a. Empfehlungen oft erfolgreich kurativ behandeln können:
  • Kostumstellung auf naturnahe Frischkost
  • Meidung von chemischen Nahrungszusätzen
  • Umfassende hoT mit reinen Spurenelementen, Mineralien, Vitaminen, Fettsäuren etc.
  • Konsequente Darmsanierung, Narben- und Störfeldsanierung
  • Weitgehende Eliminierung belastender Materialien aus Zähnen und Wohnumfeld
  • Nach erfolgreicher Therapie Überprüfung auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Meidung belastender Substanzen
  • Ggf. Akupunktur, Phytotherapie, Homöopathie, Schwermetallausleitung etc.

Die oben angesprochene hypoallergene orthomolekulare Darmsanierung sollte wenn möglich die jeweilige soziale Gemeinschaft umfassen, um nicht kurzfristig Rückfälle zu provozieren.


Nach ca. zwei bis drei Monaten hypoallergener orthomolekularer Therapie � hoT � ist von einer langfristigen Kolonisationsresistenz gegenüber Candida-Spezies sowie gegen ubiquitäre fakultativ pathogene Keime auszugehen.

Diese Aussage gilt sowohl für den Darm als auch z.B. für Nebenhöhlen und Scheide, die offenbar von der allgemein verbesserten Immunsituation profitieren. Sinubronchiale virale Infekte reduzieren sich bis zu 90 Prozent.

Durch die allgemeine Steigerung des Wohlbefindens sind die Patienten gern zur Zustimmung bereit:

Gesundheit ist mehr als fehlender Schmerz � Gesundheit ist Lebensfreude!